Kollaboration par excellence

Beispielhaft: Rathaus Hasselt, Belgien — Wie bei Bauprojekten durch reibungslose Zusammenarbeit von der Planungsphase bis zu Inbetriebnahme Risiken minimiert und Kosten gespart werden können, zeigt der Bau des neuen kommunalen Verwaltungszentrums im belgischen Hasselt. Ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Marken der Nemetschek Group.
Beteiligte Nemetschek Marken: Allplan, GRAPHISOFT, Solibri

Wegweisende Planung und Projektausführung mit Open BIM

„Der durchgängige Einsatz von BIM-Lösungen stellt für alle am Bauprozess Beteiligten einen echten Mehrwert dar,
weil sie eine reibungslose und effiziente Zusammenarbeit ermöglichen"

Steven Hendrickx, leitender Architekt in Hasselt

Gerade große und hochkomplexe Bauprojekte erfordern eine fortlaufende, zuverlässige und effiziente Abstimmung zwischen allen Beteiligten – intern und extern, interdisziplinär und firmenübergreifend. Deshalb treibt die Nemetschek Group im Verbund mit anderen Marktteilnehmern den Datenstandard Open BIM voran. Das ist ein universeller Kooperationsansatz im Bereich Entwurf, Bau und Betrieb von Gebäuden, basierend auf offenen Standards und Arbeitsabläufen. Er ermöglicht den Projektbeteiligten, unabhängig von ihrer jeweiligen Software zusammenzuarbeiten. Dabei hat sich die Schnittstelle Industry Foundation Classes (IFC) als offener Standard etabliert und ist deshalb von zentraler Bedeutung.

Das Teilen und Auswerten von Daten über den gesamten Produktlebenszyklus spart Zeit und Geld und verbessert die Qualität. Grundlegend für diese digitale Transformation ist die Verwaltung der Daten. Nur wenn jeder Beteiligte auf die für ihn wichtigen Daten jederzeit Zugriff hat, kann ihr volles Potenzial ausgeschöpft werden. Dies beginnt mit einem wirklichkeitsgetreuen BIM-Gebäudemodell, das unverzichtbar für einen echten 5D-Workflow ist. Es enthält heute nicht mehr nur 3D-Konstruktionsdaten, sondern erweitert diese um Informationen zu den Dimensionen Zeit und Kosten.

Reibungslose Zusammenarbeit am Beispiel Rathaus Hasselt

In Hasselt entsteht unter der Leitung des Architektenteams um Jaspers-Eyers, MASS Architects und Michel Janssen ein neues kommunales Verwaltungszentrum. Der Komplex aus renoviertem Gebäudeteil und Neubau beherbergt auf ca. 17.000 m2 die Stadtverwaltung und die Sozialbehörde sowie Büroflächen. Die Architekten und deren wichtigste Partner setzen über den gesamten Entstehungsprozess Open-BIM-Softwarelösungen ein. Bei diesem Projekt kommen gleich drei Lösungen aus dem Hause Nemetschek zum Einsatz: Archicad von Graphisoft für das Design und die Planung der Architekten, Allplan Engineering für den Ingenieurbau und der Solibri Model Checker zur Qualitätskontrolle von BIM-Modellen durch das Bauunternehmen.

Von Anfang an sind so sämtliche Informationen über das Bauvorhaben im digitalen Gebäudemodell enthalten – vom Entwurf über die Ausführung mit allen gestalterischen Details, gewünschten Materialien, Brandschutzanforderungen, akustischen Eigenschaften, Isolierungen und Gebäudestrukturen bis hin zur Verwaltung. Das stellt für alle Beteiligten einen erheblichen Mehrwert zum früher üblichen, reinen 3D-Modell dar. Durch diesen Schritt wird nicht nur die Zusammenarbeit aller Beteiligten reibungslos organisiert. Das komplexe Projekt kann in der geforderten Qualität, Zeit und im festgelegten Kostenrahmen an die Kommune als stolze Bauherrin übergeben werden.

Das Rathaus Hasselt ist wegweisend - bei Design, Planung und Projektausführung.

Unabhängig – und doch eine Einheit

Steven Hendrickx, der leitende Architekt in Hasselt, hat nach dem erfolgreichen Projektverlauf mit Open BIM vier entscheidende Faktoren erkannt:

  • Jeder Partner plant sein Modell mit seiner bevorzugten BIM-Software, mit seinen eigenen Templates. Die Zusammenarbeit funktioniert dennoch hervorragend dank eines im Voraus festgelegten einheitlichen und gemeinsamen Standards.
  • Die Arbeitsteilung im Projekt wird zu Beginn definiert. Daten zur Statik beispielsweise haben essenziellen Einfluss auf Architektur und Strukturplanung. Die Daten über Heizung, Lüftung und Klimaanlage hingegen sind zwar wichtig, fließen in der Regel aber nicht unmittelbar in die Architektur ein. Sie können zum Beispiel mit der BIM-Lösung zur Qualitätssicherung von Solibri ausreichend geprüft werden.
  • Planänderungen wirken sich nicht zwangsläufig auf die Pläne aller Projektbeteiligten aus. Architektur und Bauphase sind naturgemäß am engsten verstrickt.
  • Die Expertise der Mitarbeiter, ein ausführliches und übergreifendes Wissen über die verschiedenen Baudisziplinen, ist ebenfalls sehr wichtig für den Projekterfolg.

Der Vorteil präziser Planung anhand zweier Beispiele

In Hasselt war das Bauunternehmen unter anderem mit dem Aushub beauftragt. Nach herkömmlicher Berechnungsmethode auf der Basis von 2D-Plänen ergab die Kalkulation einen Wert von 800 Kubikmeter Sand, der für das Fundament ausgehoben werden sollte. Tatsächlich errechneten die Ingenieure mit dem auf Open BIM basierenden Solibri Model Checker und den von Architekten übernommenen Daten dann aber nur die Hälfte, also 400 Kubikmeter Sand. Das zeigt, wie exakt mit Open-BIM-Lösungen gearbeitet werden kann.

Ein anderes Beispiel sind die zu verbauenden Stahlstreben: Mit der Schnittstellenfunktion IFC Exports von Allplan konnte automatisch aus dem BIM-Modell berechnet werden, welche Stahlstreben eine feuerfeste Behandlung brauchen – per Mausklick und auf den laufenden Meter genau. In Projekten, die keine Open-BIM-Lösungen nutzen, werden für solche Kalkulationen die Daten aus 2D-Zeichnungen manuell in Excel oder eine andere Software übertragen, nachgerechnet, evaluiert und für Kostenangebote und Planungen eingesetzt. Ein fehleranfälliger Prozess mit großen Interpretationsspielräumen. Die Fehler fallen dabei oft erst dann auf, wenn die eigentliche Kostenplanung schon abgeschlossen ist. Beim Rathaus Hasselt konnten diese Fehler im Vorhinein vermieden werden.

Der Umstieg auf Open BIM lohnt sich

Wie jede Neuerung braucht auch BIM eine gewisse Zeit, bis Unternehmen und Angestellte es als Standard akzeptieren. Am besten, so Steven Hendrickx, plane man zunächst kleinere Projekte mit BIM. Mit den dabei gemachten Erfahrungen werde es möglich, sukzessive größere BIM-Projekte abzuwickeln. Dabei liegen die Vorteile der Zusammenarbeit mit Open BIM auf der Hand: Der gesamte Arbeitsprozess wird für alle Projektbeteiligten wesentlich einfacher, und Bauprojekte werden im Zeit und Budgetrahmen abgeschlossen.

Fazit

Für erfolgreiche Bauvorhaben sind insbesondere bei der Software einheitliche Standards und offene Schnittstellen eine unverzichtbare Grundlage. Die Beteiligten brauchen Lösungen, die unabhängig vom individuellen Aufgabengebiet die Fähigkeit besitzen, „miteinander zu arbeiten“. Nahtlose Kollaboration von Mensch und Maschine: Das gewährleistet Open BIM, und dafür stehen die Marken der Nemetschek Group.



Referenzprojekte zum Thema:

Nemetschek übernimmt führenden BIM-Spezialisten Solibri

  • Solibri ist Marktführer bei Qualitätssicherung und -kontrolle für Building Information Modeling (BIM), der digitalen Arbeitsmethode im Bauwesen
  • Hoher strategischer Fit und wesentliche Erweiterung des Lösungsportfolios von Nemetschek für den Planungs- und Bauprozess
  • Erhebliche Wachstumschancen durch zunehmende Fokussierung auf BIM-Standards, die für öffentliche Bauprojekte weltweit gefordert werden

München/Helsinki, 18. Dezember 2015 – Der Softwarehersteller Nemetschek AG (ISIN 0006452907) hat heute den Erwerb von 100 % der Anteile an der Solibri Oy mit Sitz in Helsinki, Finnland, vereinbart. Dabei konnte sich Nemetschek, nicht zuletzt aufgrund der Gruppenstruktur unabhängiger Marken, gegen mehrere Interessenten durchsetzen.

Solibri ist ein weltweit führender und global aufgestellter Softwareanbieter von Lösungen für die Qualitätssicherung und -kontrolle von Building Information Modeling (BIM), der digitalen Arbeitsmethode für Planung, Ausführung und Betrieb von Bauwerken. Mit dem „Solibri Model Checker“ werden insbesondere BIM-Modelle auf Integrität, Qualität und länderspezifische Normen während des gesamten Planungs- und Bauprozesses geprüft. Weltweit einzigartig ist die Überprüfung ganzer Projekte nach logischen Analyseregeln, die Mängel aufdeckt. Solibri fördert – wie alle Marken der Nemetschek Group – offene Standards (Open BIM), sodass gebäuderelevante Informationen über offene Schnittstellen über alle Instanzen im Bauprozess übertragen werden können.

Solibri wurde im Jahr 1999 gegründet und beschäftigt ca. 35 Mitarbeiter. Neben dem Hauptsitz in Helsinki hat das Unternehmen Niederlassungen in den USA und UK sowie Vertriebsgesellschaften in Spanien und Deutschland. Für das Geschäftsjahr 2015 rechnet Solibri mit einem Umsatz in Höhe von knapp 5 Mio. Euro, ein Wachstum zum Vorjahr von über 50 %. Die erwartete operative Marge (EBITDA-Marge) wird für 2015 auf über 20 % beziffert.

Der fixe Bestandteil des Kaufpreises für die Akquisition beträgt 32 Mio. Euro. Die Finanzierung erfolgt über ein Darlehen. Hinzu kommen Earn-out-Komponenten, die an die Steigerung des Umsatzes und an die Profitabilität im Geschäftsjahr 2017 gekoppelt sind. Nach heutiger Einschätzung wird von Earn-out-Zahlungen in Höhe von rund 13 Mio. Euro ausgegangen. Der Vollzug der Akquisition wird bis Ende 2015 erwartet.

Perfekte strategische Ergänzung

Strategisch besitzt Solibri eine hohe Bedeutung für die weitere Entwicklung der Nemetschek Group. Die Lösungen sind eine perfekte Ergänzung und werden eine zentrale Position im Lösungsportfolio der Nemetschek Group einnehmen und alle Marken und deren Produkte durch einen integrierten und ganzheitlichen Workflow miteinander verbinden. Des Weiteren verstärkt die bereits hohe Präsenz von Solibri im Bausegment den Kundenzugang für die Nemetschek Group in diesem stark wachsenden Markt. Solibri adressiert Kunden entlang des gesamten Lebenszyklus der AEC-Industrie, darunter Bau- und Generalunternehmen, Architekten, Ingenieure und Gebäudeeigentümer. Der Vertrieb der Lösungen erfolgt direkt sowie über ein Netz von Resellern. Bereits heute werden die Lösungen weltweit vertrieben.

„Mit der Übernahme von Solibri setzen wir unsere Akquisitionsstrategie in der AEC-Industrie konsequent fort und stärken signifikant unsere weltweite Position als führender Anbieter von Open BIM-Lösungen. Mit der Unterstützung der Nemetschek Group wird Solibri seine internationale Wachstumsstrategie weiterverfolgen und von unserem weltweiten Kundenzugang profitieren“, kommentiert Patrik Heider, CFOO und Sprecher der Nemetschek Group. „Wir sehen in Solibri ein stark wachsendes Unternehmen, welches unser Lösungsportfolio strategisch stärken wird.“

Solibri wiederum profitiert künftig von einer starken Gruppe mit internationalem Vertriebsfokus und dem direkten Zugang zu einer wachsenden Kundenbasis mit mehr als 1,8 Mio. Anwendern weltweit. „Durch die Synergien mit den Nemetschek Marken ist der Weg für weiteres erfolgreiches Wachstum geebnet. Ich bin davon überzeugt, dass wir ausgezeichnet zur Nemetschek Group passen, wir erheblich voneinander profitieren und unsere Marktposition weiter stärken werden“, so Heikki Kulusjärvi, CEO von Solibri.

Starke Wachstumsimpulse durch BIM-Standards

Die Einhaltung von BIM-Standards bei öffentlich finanzierten Bauprojekten ist weltweit ein viel diskutiertes Thema, denn sie wird zunehmend von Regierungen und Behörden gefordert. Mit dem flächendeckenden Einsatz der BIM-Regularien steigt die Nachfrage nach Solibri-Lösungen, da sie die notwendigen Qualitätschecks durchführen und Prozesse verbessern. Die Folge sind erhebliche Kosten- und Effizienzvorteile sowie ein hohes Maß an Planungssicherheit und Transparenz.