Scott Sports’ innovative Europazentrale wurde durchgängig mit BIM-Software geplant: Der Generalplaner setzte auf Lösungen der Nemetschek Group.

Bauherr: Scott Sports SA, Givisiez, Schweiz
Generalplaner / Architekt: Itten+Brechbühl AG, Bern, Schweiz
Die Europazentrale der amerikanischen Sportmarke Scott in der Schweiz ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Open-BIM-Gedanke erfolgreich mit Leben gefüllt werden kann. Der Neubau, von den Architekten Itten+Brechbühl aus Bern geplant, soll den innovativen und globalen Ansatz der Marke widerspiegeln, was sich unter anderem in der Hightech-Fassade äußert. Raumbildendes Element im Innern des markanten, aluminiumbekleideten Kubus ist ein helles und luftiges Atrium, in dem die fünf Ebenen des Neubaus wahrnehmbar werden. Das Gebäude ist über eine zentrale Treppe erschlossen, die in das innen liegende Auditorium führt. Cafeteria und Restaurant im Erdgeschoss prägen die einladende Eingangszone, in der sich auch der Showroom befindet.

Der digitale Zwilling – ein detailliertes BIM-Modell unterstützt erfolgreiche Kollaboration von der Gebäudeplanung bis zur Nutzung.
Radsport ist Programm am Scott-Standort in Givisiez: Die Besucher können die Teststrecke für die neuen Sportbikes der Marke direkt vom Erdgeschoss einsehen.
In den vier oberen Geschossen liegen die Büros der Mitarbeiter. Die offene Bürolandschaft soll die Kommunikation zwischen den Angestellten fördern und durch das gewählte Rastersystem flexible Raumzuschnitte ermöglichen. Damit bereitet sich Scott schon heute auf zukünftige Anforderungen aus der Arbeitswelt vor.

Der großzügige Showroom bietet den geeigneten Rahmen für die Präsentation der innovativen Fahrräder.
Ein wichtiger Meilenstein für das Gelingen des Projekts war die Planung mit der BIM-Methode. Getragen vom Open-BIM-Gedanken und der disziplin- und plattformübergreifenden Planung am virtuellen Gebäudemodell, trafen sich Architekten und Fachplaner alle 14 Tage zur Koordinationssitzung. Dabei wurden sämtliche Themen und Probleme direkt am BIM-Modell erläutert. Neben der Planungssoftware Vectorworks wurde der Model Checker der Nemetschek Marke Solibri genutzt, was die Transparenz in der Planung förderte. So stützte sich die Kommunikation stets auf Fakten.
Als zentrales Datenaustauschformat für Open BIM wurden die Industry-Foundation-Classes (IFC) festgelegt. Das plattformübergreifende IFC-Format und die Austauschzyklen für Datenaustausch und Koordination definierten die Architekten im Projektabwicklungsplan. Basis für die BIM-Planung war ihr Architekturleitmodell. Die beteiligten Fachplaner und Ingenieure erarbeiteten auf dieser Grundlage ihre Fachmodelle für Fassade
Bereits vor den Koordinationssitzungen tauschten Architekten und Fachplaner die jeweiligen Planungsstände aus und prüften sie mit dem Model Checker auf Unstimmigkeiten. Das vereinfachte die Sitzungen und ermöglichte eine effiziente Zusammenarbeit der Beteiligten, denn in den Koordinationsgesprächen ließen sich nicht nur Probleme aufzeigen, sondern bereits Lösungsvorschläge diskutieren.
Das Projekt wurde mit dem Arc-Award BIM 2017 ausgezeichnet. Die Jury würdigte mit dem Goldpreis „Kollaboration“ die besondere Qualität der Zusammenarbeit der Planungsbeteiligten. Vor allem die klare und praktische Integration von BIM in die wesentlichen Projektphasen und Entscheidungen hob sie hervor. Die gezielte Umsetzung von Bauherrenvorgaben unter den Stichpunkten „Fassade“, „Nachhaltigkeit“ und „Flexibilität“ sei bemerkenswert, so die Juroren.*
* Quelle: Homepage Arc-Award, www.arc-award.ch

Das Atrium ist der zentrale Punkt des Neubaus und eröffnet den Zugang zu den Publikumsräumen wie Cafeteria, Restaurant oder Showroom im Erdgeschoss.